Interview mit Prof. Liggesmeyer

als einen digitalen kopf macht aus dass
sie oder er einen wesentlichen beitrag
in einem der vielen digitalisierten
themen geliefert hat das kann die kern
informatik im engeren sinne sein es
können anwendungen seien in den
ingenieurwissenschaften in den
wirtschaftswissenschaften in kunst
kultur medien film fernsehen literatur
musik und so weiter und so fort
in allen diesen bereichen hat die
digitalisierung längst einzug gehalten
zum teil in sehr überzeugender weise
unseres erachtens sind die köpfe
dahinter oft nicht so bekannt und wir
glauben dass die innovation plastischer
darstellbar sind
über die vorstellung der menschen die
sich dahinter verbergen die diese
innovationen eben maßgeblich
mitgestaltet haben
und wenn diese personen schon großes
geleistet haben noch jung genug sind um
großes erwarten zu lassen dann wäre
das für mich die klassische definition
eines digitalen kopfes deutschland ist
meines erachtens sehr stark in
bestimmten anwendungen der informatik
das betrifft insbesondere die
klassischen ingenieurwissenschaftlichen
branchen also den maschinen und
anlagenbau elektrotechnische industrie
den automobilbau die natürlich in der
bevölkerung eher als elektrotechnik
oder maschinenbau wahrgenommen werden es
ist aber natürlich so dass heute ein
auto ohne funktionierende software
keinen meter weit fährt und auch sehr
wenig komfort bieten würde es nur ein
beispiel
es gilt für viele branchen und in
diesen eher technischen
anwendungsbereichen ist deutschland
sicher nach wie vor führend
es ist aber erforderlich um diese
führung zu halten eben auch den anteil
in der bewährten qualität hin zu
bekommen das wird eine sehr wesentliche
anstrengung für die zukunft sein
darüber hinaus ist deutschland in
einigen bereichen führend die man
vielleicht gar nicht erwarten würde sie
wissen vielleicht das mp3 eine deutsche
erfindung ist es eine fraunhofer
erfindung die in deutschland gemacht
worden ist und international natürlich
den audiomarkt komplett verändert hat
also ich glaube dass in
wissenschaftlichen arbeiten sich einiges
verändert vieles zum positiven einiges
vielleicht auch zum negativen
als ich promoviert habe habe ich wochen
in bibliotheken zugebracht um
wissenschaftliche zeitschriften zu lesen
das ist natürlich über online
bibliotheken wo dinge digital verfügbar
sind nach stichworten durchsucht werden
können sehr viel einfacher also ich
würde behaupten man spart zeit
auf der anderen seite muss man das aber
auch denn wissenschaft ist ja in der
zwischenzeit mehr geworden das heißt es
wissen hat sich vergrößert und man
braucht effizientere suchmechanismen
ich glaube auch dass es schwieriger ist
für anfänger in disziplinen neu
einzusteigen weil im grunde genommen
sehr viel vorarbeit zu leisten ist ich
habe als sich promovierte relativ
schnell den einstieg in mein thema
geschafft heute sind dafür oft
umfangreiche vorarbeiten nötig die
manchmal die eigentliche
forschungsarbeit etwas behindert
und da kommen natürlich mittel der
digitalisierung grad recht um such
prozesse effizienter zu gestalten auch
publizieren wird einfacher und deswegen
sehe ich licht und schatten aber das ist
ja meistens so